Gestringen

Zahlen

Gestringen ist eine Ortschaft der ostwestfälischen Stadt Espelkamp in Nordrhein-Westfalen. Gestringen hat ca. 1.800 Einwohner auf ca. 3,8 km² und liegt im Süden der Stadt Espelkamp. Ortsvorsteher ist Max Grote.

Bis zum 31. Dezember 1972 war Gestringen ein Teil der Gemeinde Alswede im Amt Alswede. Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Alswede geteilt, und die Ortschaft Gestringen wurde ein Ortsteil der vergrößerten Stadt Espelkamp.


Geschichte

Gründung der Dorfschaft

Im Mindener Salbuch, im Jahre 1300, wurde erstmals die Existenz des Dorfes Gestringen nachgewiesen. Es war ein Vertrag zur Überlassung eines Hofes. Also muss es zu dieser Zeit mindestens einen Hof in Gestringen gegeben haben. Vorgeschichtliche Funde wie zum Beispiel eine Schabeklinge, deuten jedoch auf eine viel frühere Besiedelung hin.
Gestringen bildete mit Alswede und Fiestel bis Ende 1972 eine Gemeinde. Danach wurden diese der Stadt Espelkamp zugeordnet.

Die erste Siedlung in Gestringen -Neuzeit-

Unter anderem "Schwarzer Weg"

Quelle: Hermann Schumacher, Auszug aus "700 Jahre Gestringen" ISBN 3-9806058-4-1
Wenige Jahre vor dem zweiten Weltkried entstanden die ersten Häuser auf dem Wiesengelände westlich der Eisenbahnlinie. Der Name "Schwarzer Weg" ergab sich schon bei Beginn der Bebauung. Die schwierige Anlieferung von Baumaterial auf das feuchte Wiesengebiet erfolgte unter anderem mit einsenbereiften Pferdewagen. Eine Befestigung erfolge nach und nach mit Schlacke der Lübbecker Gaswerke. Es ergab sich daraus der Name "Schwarzer Weg".

Gleich nach der Währungsreform kam die Siedlung "Grüner Weg" hinzu. 1955/56 entstand östlich der Bundesbahnstrecke ein Baugebiet mit 75 Bauplätzen auf den Grundstücksflächen von Gardemann, Vahrenkamp und Schnelle. Es folgten die Baugebiete Holle und Lückermann in den Jahren 1962/1968, später Lehmkuhle und Rosengarten. 19272 Brückenstraße. Die Straßennamen ergaben sich aus den früheren Grundeigentümern. Ein großer Förderer des Siedlungsbaues war Freiherr von dem Bussche-Münch als Landgeber für Tauschflächen.

Der Name "Gardestraße"

Quelle: Wolfgang Franke, Auszug aus "700 Jahre Gestringen" ISBN 3-9806058-4-1
Vor dem großem Waldstück östlich der Bahnlinie lag ein Stück Ackerland auf der Flur 3, welches dem Großbauern Gardemann gehörte. Diese Flur wurde in fünf Flurstücke aufgeteilt. Dem Freiherr von dem Bussche-Münch ist es dann allerdings zu verdanken, dass dieses der Anfang einer Siedlung wurde.

Das Rittergut Benkhausen

Schloß Benkhausen als Naherholungsgebiet

Quelle: Karl Friedrich Hüsemann, Auszug aus "700 Jahre Gestringen" ISBN 3-9806058-4-1
Benkhausen entstand aus einer Erbteilung der Ellerburg um 1510. Die Ellerburg wird 1475 erstmalig genannt. Es wird berichtet, dass Harduin von Münch den Albert von dem Bussche in der Kirche zu Levern erstochen hat, woraufhin die Söhne des Toten Blutrache aufnahmen. Harduin von Münch vererbte den Teil der heute Benkhausen heißt, an seinen Sohn Hardecke von Münch. Die Ellerburg erbte sein Sohn Statius von Münch.
Nach bewegten Zeiten Stand das Gut in den Jahren 1924-1930 vor dem Konkurs. Dieser wurde aber abgewehrt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Benkhausen von der britischen Armeee beschlagnahmt. Alhard von dem Bussche Münch blieb Herr auf Benkhausen, verkaufte aber nach und nach umfangreiche Ländereien.
Auf diesen entstand ein Großteil der Stadt Espelkamp und zum Teil durch Grundstückstausch mit den Bauern auch die heutigen Siedlungen in Gestringen. Anfang 1962 lief schließlich der Pachtvertrag mit dem englischen Militär ab und der Baron von dem Bussche Münch verkaufte das Schloss mit ca. acht Hektar an die diakonische Einrichtung "Wittekindshof".

Heute ist das Anwesen modern restauriert und befindet sich seit 2010 in Privatbesitz der Familie Gauselmann. Parkanlage, Wanderwege, Museum und Rentei lassen sich vielfältig nutzen. Das Schloß ist ein Tagungshotel oder lässt sich für Hochzeiten und Events buchen. Hier erfahren Sie mehr über das heutige  Schloß Benkhausen.

Die Ellerburg

Die Ellerburg war eine Wasserburg in der Ortschaft Fiestel (Stadt Espelkamp). Die Burganlage liegt als Ruine östlich des Flusses "Große Aue" und nördlich des Mittellandkanals am Übergang der Alsweder Niederung zur Rahdener Geest und war einst rund vier Hektar groß.